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#LauteHerzen – Bildung für Kinder – Eine Herzensangelegenheit

Die 2. Runde der #LauteHerzen Aktion

Zeichnung von Etelka Kovacs-Koller im Bücherregal #LauteHerzen

Da sitze ich nun schon seit einigen Tagen und zeichne wieder #LauteHerzen.

Es fällt mir auf, dass sie diesmal deutlich bunter und fröhlicher sind, als die letzten und ich glaube sogar inzwischen den Grund dafür zu kennen.

Herzensangelegenheit – Kultur und Bildung für alle!

Diesmal möchte ich mit den Herzileins Kultur- und Bildungsprojekte für Kinder aus einkommensschwachen Familien unterstützen und denke während ich zeichne an meine eigene Kindheit.

Ich bin 1952 in Budapest geboren und wir waren arm wie die Kirchenmäuse. Mehr noch. Wir waren arm wie die Kirchenmäuse einer sehr armen Kirche. Natürlich musste sieben Jahre nach Kriegsende niemand mehr hungern, aber alles andere war schlicht und einfach nicht vorhanden.

Es gab dennoch zwei gravierende Unterschiede zur Armut im heutigen Deutschland. erstens waren alle arm. Niemand hatte mehr, als die anderen, denn Ungarn wurde sozialistisch „umorganisiert“ und das bedeutete, dass die vor dem Krieg wohlhabende Schicht enteignet wurde. Zu denen gehörten auch meine Großeltern, aber das ist eine andere Geschichte.

Der zweite Unterschied zu heute

Dieser Unterschied ist vielleicht sogar noch gravierender, denn sie prägte das Leben von Millionen Kindern, die vor dem Krieg kaum, oder gar keinen Zugang zu Kultur hatten.

Der neuen Regierung lag immens viel daran, dass Kinder (und auch Erwachsene)  Zugang zu Bildung bekamen. Wir lasen Bücher, die wenige Forint gekostet haben. Theater- und Konzertbesuche waren sozusagen Pflicht für jeden. Ich war mit meiner Großmutter mindestens einmal pro Monat in der Oper. Manchmal auch im Operettentheater, da sie die Operette besonders geliebt hat. In der Schule habe ich mehrere Instrumente gelernt, war im Chor und mit dem Chor hatten wir Auftritte in ganz Ungarn.

Ich möchte bitte nicht falsch verstanden werden; dies ist sicherlich keine Lobeshymne auf den glorreichen Sozialismus, ich beschreibe lediglich das, was ich als Kind erlebt habe und wie sehr Bildung mein weiteres Leben geprägt hat. Bildung ist weit mehr, als das abspeichern von vorgefertigten Fakten.

Bildung öffnet den Blick für die Welt und für sich selbst.

Meine Oma (die im 20 Jahrhundert alle Katastrophen miterlebt hat) sagte immer: Lerne, denn Wissen ist das einzige, das man Dir niemals wegnehmen kann.

Wissen gab also Sicherheit und nicht zuletzt auch eine Perspektive, denn wir Nachkriegskinder wurden mit dem Auftrag ins Leben geschickt an einer Zukunft zu arbeiten, die für alle Menschen einen guten Platz haben sollte.

EtelkaKovacs-Koller als Kind mit Großeltern

All das ist schon sehr lange her

Wie die Idee des Sozialismus geendet ist, muss ich hier nicht erzählen, die Geschichte kennt wohl jeder.

Was aber bei mir bis heute geblieben ist, ist meine Weltliebe und die unbändige Lust am lernen. Ich bin inzwischen 65 und möchte keinen Tag verbringen, an dem ich nicht etwas Neues entdecke, lerne und mit anderen teile. Das ist das größte Glück, das ich in meinem Leben erfahren durfte, diese leidenschaftliche Lust am Neuen.

Daraus sind letztendlich auch alle Bilder entstanden, die meine Signatur tragen, denn ein weises Blatt, oder Leinwand möchte Gestaltet werden, möchte zu etwas Neuem, noch nie da gewesenem transformiert werden. Dazu braucht man neben dem Willen zu gestalten auch viel Mut und Vertrauen. Und von all dem habe ich in meiner Kindheit offenbar so viel erhalten, dass es für ein langes, produktives Leben ausreicht.

Dafür bin ich unendlich dankbar

Wenn ich die Möglichkeit habe, dem einen oder anderen Kind in der Heutezeit zu einer Nachhilfestunde, oder einem Theaterbesuch zu verhelfen, dann tue ich es nicht nur gerne, sondern ich fühle mich sogar verpflichtet, die Lust an Wissen ebenso weiter zu geben, wie ich es von meinen Großeltern und einigen wunderbaren Lehrern bekommen habe.

Es geht um Zukunft

Es geht um die Zukunft von Milliarden Menschen und um die Zukunft dieses Planeten. Wenn wir es heute Versäumen, den Kindern dieser Welt Bildung zu ermöglichen, dann wird es nicht nur für sie keine Zukunft mehr geben, sondern für uns alle.

Mehr Informationen zu dieser #LauteHerzen Aktion
Von | 2018-03-17T10:48:18+00:00 März 14th, 2018|Kunst, LauteHerzen, Mein Leben|0 Kommentare

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