Perfekte Welten

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Perfekt? Oder nur die beste aller Welten ?

Perfekte Welten

Schon Leibnitz fragte, wie es wohl gehen kann, dass ein allmächtiger Gott bei der Erschaffung einer Welt so viele Fehler macht. Mehr ging nicht, mehr war in den sechs Tagen einfach nicht drin. Und wäre es nicht schrecklich für ganze Ewigkeiten in einer perfekten Welt gefangen zu sein?
Ich mag diese unvollendete Welt in der wir leben, denn sie lässt uns allen die Freiheit, sie zu gestalten, zu verändern und anzupassen.

Und wenn schon Gott keine perfekte Leistung erbringen konnte, wie können wir es von uns selbst erwarten? In der Malerei habe ich gelernt, dass jedes Bild lediglich eine Annäherung sein kann. Jedes Bild ist für den Moment seiner Entstehung perfekt, es ging einfach nicht mehr, mehr war nicht drin.

Aber in einer unperfekten Welt kann es kein perfektes Bild geben und wer sich damit aufhält danach zu suchen, der will besser sein als Gott.

Das ganze Bild

Nehmen wir einfach mal ein x – beliebiges Bild, das ich gemalt habe. Es ist vermutlich unverkennbar, dass es von mir stammt und das hoffentlich nicht nur, weil rechts unten meine Signatur klar und deutlich erkennbar ist. Aber stammt es wirklich „nur“ von mir? Alleine schon, wenn ich das naheliegende betrachte, muss ich doch erkennen, dass das Bild auf einer Leinwand mit Farben gemalt wurde, die nicht hergestellt habe. Durch wie viele Hände ist das Material gegangen, das mir erlaubt ein Bild zu malen? Wie viele LKW-Fahrer haben es transportiert, wie viel Verwaltungsarbeit steckt alleine in einer der vielen Tuckerklammern, die die Leinwand auf dem Holzrahmen festhalten? Wie viele Ingenieure waren nötig, um all die Maschinen zu erfinden, die für die Produktion nötig waren? Diese Frage ließe sich unendlich weiterspinnen, aber es ist nicht weiter nötig, denn man sieht sehr klar, dass das Malen des Bildes eigentlich nur eine Zwischenstation ist.

Der Weg ist das Ziel

Und der Weg setzt sich fort, wenn das Bild verkauft wird. Denn erst im Zusammenleben mit Menschen wird es seine Wirkung entfalten. Es wird vielleicht einige male um ziehen, vielleicht wird es irgendwann einige Jahre auf einem Dachboden schlummern, bevor es sich über einen Flohmarktstand oder einem Auktionshaus, auf seinen weiteren Weg begibt.

Nichts, was wir machen kann man isoliert von dem Ganzen betrachten und nichts gehört wirklich uns. Alles ist nur Leihgabe. Dinge und Ideen sind Reisende, sie sind in ständiger Bewegung, wie ein Netz umfangen sie den ganzen Planeten und machen uns damit sehr klar, dass wir alle zusammengehören und gemeinsam an einem unbekanntem Projekt mit unbekanntem Ziel arbeiten.

 

 

 

Von | 2015-02-28T13:57:59+00:00 September 27th, 2013|LebensKunst|0 Kommentare

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