Kunst und Business

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Dass Künstler von Luft und Liebe leben, ist zwar ein schöner Mythos, hat jedoch absolut nichts mit der Lebenswirklichkeit zu tun. Das Geschäft mit der Kunst ist nicht sehr viel anders, als jedes andere Business auch. Vielleicht ein wenig schöner und abenteuerlicher, aber dafür wesentlich unsicherer, als viele andere Geschäftszweige.

Kunst und Business

Egal ob Bilder oder Workshops – Kunst ist ein wundervoller Weg, um Menschen glücklich zu machen. Und für mich ist es ein ebenso wunderbares Gefühl zu wissen, dass Tausende von meinen Bildern irgendwo auf der Welt in Räumen hängen, in denen Leben stattfindet.

Mein Traumkunde ist jemand, der weiß was er will und offen ist für gemeinsame Ideen. Oft hatte ich schon das Gefühl, dass das Projekt beim Kunden schon als Skizze angelegt ist und ich nur noch helfen muss, aus der Skizze etwas Konkretes hervorzubringen.

Akquise ist für dich …

Akquise habe ich irgendwie noch nie gemacht, allerdings war ich immer offen, wenn sich eine Chance aufgetan hat. Wie ein Jäger, der eigentlich auf Enten aus ist und dem dann zufällig ein kapitaler Hirsch in die Flinte läuft. Er kann abdrücken, oder auf die Ente warten. Ich habe immer abgedrückt. Und egal wie groß oder klein das Projekt war, wenn ich mich eingelassen habe, dann habe ich mein Bestes gegeben. So ist im Laufe der Jahre ein recht umfangreicher Kundenstamm entstanden, die mich wiederum gerne weiter empfehlen. Die beste Werbung sind nun mal zufriedene Kunden. Seit einigen Jahren hat zusätzlich noch google die Akquise übernommen, seit 1995 bin ich im Internet mit meiner Arbeit präsent und in allen Suchmaschinen bei relevanten Keywords auf einer top Position.

Wo/wann/wobei hast Du die besten Ideen?

Meine Ideen kommen meistens völlig unerwartet und dann auch noch im Rudel. Wenn ich WILL, dann passiert gar nichts. Wenn ich aber einfach offen bin – egal für was – dann sprudelt es nur so. Ich schreibe selten etwas auf, weil ich der Meinung bin, dass die wirklich guten und wertvollen Gedanken / Bilder ohnehin leicht wieder zu finden sind in meinem Oberstübchen. Und wenn doch nicht, dann waren sie nicht wichtig genug, um sie zu erinnern.

Was ist für Dich die größte Errungenschaft?

Die grösste Errungenschaft der Menschheit ist meiner Ansicht nach Kommunikation an sich. Dass der Mensch eine Möglichkeit gefunden hat, sich anderen mitzuteilen, hat uns erst zu dem gemacht, was wir sind. Und seit der Erfindung der Schrift können wir auf das Wissen und die Erfahrungen von Milliarden Gehirnen zurückgreifen. Das ist unsre einzige Möglichkeit uns aus der Sklaverei zu befreien, die uns die Evolution aufzwingt und eines Tages vielleicht wirklich frei zu sein Dinge zu tun, Gedanken zu denken, oder auch Bilder zu malen, die nicht dem entsprechen, was unser Gehirn als angenehm und nützlich empfindet.

Wer oder was inspiriert Dich?

Reisen, in fremden Kulturen leben, morbide Stadtlandschaften mit der Kamera entdecken. Der Austausch mit Menschen aus anderen Lebenswelten; irgendwo sitzen und still beobachten, wie sich alles um mich herum bewegt……….Bücher, die mir die Welt erklären; Musik, die meinen Händen beim malen Flügel verleiht. Die einzige Zeitung, die ich regelmäßig lese ist die VOGUE, weil Mode für mich eine ganz besondere Form der Kunst ist, die immer den aktuellen Zeitgeist völlig unverfälscht wieder spiegelt. Architektur, Industrieanlagen, Design – all das ist willkommenes Futter für meine Augen und meiner Seele. Ursprünglich habe ich eigentlich Fotografie studiert und seither sehe ich die Welt als „Bild“, es macht mir z.B. unendlich viel Freude Dinge in Szene zu setzen, die eigentlich unschön sind. Der richtige Ausschnitt, oder Licht vermag alles hässliche in Schönheit zu verwandeln.

In welchem Film oder Buch könntest Du die Hauptrolle spielen?

Das einzige, was ich wirklich weiß ist, dass die Geschichte nach einigen Turbulenzen ein gutes Ende findet. Vielleicht wäre die Rolle der Captain Kathryn Janeway von der USS Voyager (Star Trek) die richtige für mich. Sie ist sowohl eine Frau mit allen weiblichen Attributen und Eigenschaften, als auch in der Lage ein Raumschiff dank ihrer klaren Entscheidungen und ihr konsequentes Verhalten erfolgreich durch viele Krisen an das ersehnte Ziel zu führen.

Dein Lieblingsspiel(zeug) in der Kindheit war …

Ich bin 1952 in Budapest geboren, so kurz nach Kriegsende gab es so gut wie keine Spielsachen. Ich erinnere mich an meinen Großvater, der mit mir in seinem Atlas durch die ganze Welt gereist ist. Er war ein stiller, unendlich geduldiger Mann, der mir schon sehr früh eine Ahnung vermittelt hat, wie vielfältig die Welt ist. Vielleicht hat er meine Reiselust geweckt, denn kaum war ich halbwegs erwachsen, zog es mich in die Ferne. Mein anderes „Spielzeug“ an das ich mich heute noch sehr intensiv erinnern kann, war der Nähkasten meiner Oma. Meine Oma war eine unglaublich geschickte und kreative Schneiderin, sie zauberte wunderschöne Kleider aus alten Bettlaken, Wintermäntel aus Wolldecken….alles, was irgendwie verwertbar schien, hat sie aufgehoben und ich habe ihr nur zu gerne geholfen Knöpfe zu sortieren. Goldene oder glänzende Perlmuttknöpfe, seltsame Kristallknöpfe aus buntem Glas, all das sagte mir, dass es einst eine Welt gab, in der alle Frauen wie Prinzessinnen aussahen. Im sozialistischen Ungarn der 50er gaben sich die Frauen zwar alle Mühe aus dem beständigen Mangel etwas heraus zu improvisieren, aber ihr Anblick war sehr weit von dem einer Prinzessin entfernt. Ansonsten habe ich viel auf der Strasse und im Innenhof gespielt und im Winter war ich jeden Tag Schlittschuh laufen. Ab der Einschulung wurden Bücher und Musik meine liebsten Spielsachen und meine besten Freunde.

Eine Zeitreise für einen Tag. Du landest ……

auf jeden Fall in der Zukunft! Schon seit den 60ern bin ich ein Trekkie. Ich liebe Science Fiction und bin immer noch Technik begeistert. Ich möchte zu gerne wissen, ob und wann wir diese zerbrechlichen Körper endlich loswerden, wieviele Dimensionen es tatsächlich gibt und was für Art Leben in unserem Universum sonst noch so rumtobt. Replikatoren könnte es sogar schon zu Lebzeiten meiner Enkel geben, der unbeschränkte Zugang zu jeder Art von materiellen Dingen, wird vermutlich das Leben auf unserem Planeten von Grund auf verändern. Wie wird sich unser Gehirn weiterentwickeln? Wird eines Tages auf dem ganzen Planeten Frieden herrschen? Nahrung, Bildung und Sicherheit für alle? Wann wird das Geld abgeschafft? Wie wird uns das Internet langfristig verändern? All das und noch viel mehr würde ich sehr gerne wissen und dazu müsste ich eben in die Zukunft reisen können. Die Vergangenheit ist sicherlich auch ein sehr spannender Reiseort, aber ich möchte mich auf keinen Fall der Desillusionierung aussetzen, die zwangsläufig stattfinden würde, wenn ich z.B. die Welt von Theodor Fontane live erleben würde.

Was gibst du deinen Enkelinnen – die du Enkelinen nennst – mit auf ihren Lebensweg?

Es gibt ein Zauberwort, das ich gerne weitergebe: Vertrauen. Alles, was zu einem guten Leben gehört, hat meiner Meinung nach mit Vertrauen zu tun. Angst vermag die Seele Stück für Stück zu zerstören und Angst ist eigentlich nichts anderes, als ein Mangel an Vertrauen. Ich glaube ganz fest, dass alles einen Sinn hat und jedes schlechte Ereignis auch eine gute Seite hat, man muss nur aus dem richtigen Blickwinkel schauen. Ich hatte eine äußerst ungünstige Ausgangsposition, wenn ich aber heute auf die beinahe 60 Jahre zurückblicke, die hinter mir liegen, sehe ich mein Leben, wie einen bunten Teppich. Ornamente, deren Klarheit und Struktur sich erst aus einer gewissen Entfernung betrachtet offenbaren; markante Formen, die den Blick auf sich ziehen, aber eigentlich erst durch das umliegende Muster wirklich zu Geltung kommen; Linien, die sich durch all das Bunte ziehen und das scheinbar zusammenhanglose zu einer mächtigen Komposition verbinden. So sehe ich mein Leben und so sehe ich jedes Leben. Alles ist gut! Ohne wenn und aber.

Von | 2015-02-23T07:02:43+00:00 Juni 22nd, 2014|Kunst, LebensKunst, Workshops|0 Kommentare

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