Action Painting Workshops Interview – erster Teil

/, Teambuilding, Workshops/Action Painting Workshops Interview – erster Teil

Der erste Teil eines Interviews über die Action Painting Workshops, das ich vor einigen Jahren gegeben habe. Bei diesen Fragen und Antworten geht es um die Entstehung der Idee zu den Workshops und um die Wirkung auf die TeilnehmerInnen. Ich bin erstaunt, wie aktuell meine Antworten sind, auch wenn ich heute einiges anders formulieren würde, bietet das Interview doch relativ gute Einblicke.

Interview über die Action Painting Workshops – erster Teil

Sie führen seit 1996 Workshops durch, wie kam es dazu?

1996 hatte ich die erste Anfrage wegen eines Action Painting Events. Eine alte Freundin aus Berlin, die inzwischen Professorin an der HSG war, rief an und fragte, ob sie mit ihren Studenten für ein Wochenende zu mir ins Atelier dürfte. Ich sagte JA und dann kamen die jungen Leute mit einem Bus aus St. Gallen zu mir in die Oberpfalz. Tagsüber haben sie sich im Atelier in Präsentationstechniken geübt, als Flip – Chart dienten die Malwände, statt auf Stühlen saßen sie auf dem Boden, Mittags gab es selbstgemachte Spaghetti und am Abend haben wir das Atelier seinem ursprünglichen Zweck wieder zugeführt; es wurde bis spät in die Nacht hinein gemalt. Dies war nicht nur für die Studenten eine ungewöhnliche Erfahrung. Für mich stand nach diesem Wochenende fest, dass ich in Zukunft auch Workshops anbieten werde. Seither habe ich sicherlich einige tausend Menschen in den Action Painting Workshops begleiten und erleben dürfen. Es scheint, als wäre das Bedürfnis zu gestalten tatsächlich ein zutiefst menschliches; jeder ist Kreativ! Bei einigen von uns mag der Spieltrieb vielleicht etwas verschüttet zu sein, aber er ist sehr leicht mit Farbe, Pinsel und etwas Leidenschaft wieder zu aktivieren.

Warum macht es den Teilnehmern Spaß an den Workshops teilzunehmen?

Ich vermute, dass die ungewohnte Freiheit und die Tatsache, dass sie„einfach machen können“ allen Teilnehmern die meiste Freude bereitet. Hinzukommt, dass lediglich eine winzige Minderheit sich im Alltag mit Malen befasst, die meisten haben seit ihrer Schulzeit nicht mehr mit Farben gearbeitet. Viele haben die „Killerbotschaften“ ihrer Kunstlehrer, als feste Glaubenssätze verinnerlicht; sie sind der Meinung unkreativ zu sein, nicht malen zu können etc. Umso größer ist dann natürlich die Freude, wenn die anfänglichen Unsicherheiten dahinschwinden und sie sich selbst staunend dabei zuschauen können, wie durch die Macht der eigenen Hände die große leere, weiße Fläche Gestalt annimmt. Es ist also die Lust an der Freiheit, die Macht der eigenen Hände und das Erleben der eigenen Schöpferkraft, die so beglückend sind.

Lernen die Teilnehmer in dem Workshop etwas über sich?

Mit Sicherheit lernt jeder sehr viel über sich selbst während des Malens, allerdings ist der Lerneffekt jeweils davon abhängig, wie stark jemand für eigene Befindlichkeiten sensibilisiert ist. Vielleicht ist gar nicht die Betrachtung des entstandenen Bildes so lehrreich, sondern die Selbstbeobachtung im schöpferischem Prozess;
Wie gehe ich mit meinen eigenen Erwartungen, Ansprüchen und Bewertungen um? Kann ich mich überhaupt in einer Gruppe so weit öffnen, wie ich möchte? Bin ich flexibel, offen schnell und risikobereit, oder eher zögerlich und planend?

Lernen die Teilnehmer etwas über ihre Kollegen?

Während des Malens ist jeder in seinem eigenen Bild versunken und hat kaum die Möglichkeit andere Teilnehmer zu beobachten. In der Reflektionsrunde jedoch lernt sicherlich jeder aus den Erfahrungen der anderen. Wenn eine Gruppe ein Gemeinschaftsbild malt, dann erleben die Teilnehmer Kollegen, Führungskräfte in einer Form, wie sie es aus ihrem Arbeitsalltag ganz sicher nicht kennen.

Von | 2015-02-22T13:51:38+00:00 Februar 22nd, 2014|Action Painting, Teambuilding, Workshops|0 Kommentare

Hinterlassen Sie einen Kommentar