verluste

der schritt 1966 von budapest nach berlin ist ein gewaltiger bruch in meiner biographie, denn alles was ich war, alles
was mir lieb und teuer gewesen ist habe ich auf
nimmerwiedersehen in ungarn zurückgelassen. familie,
freunde, schule, muttersprache, kultur, ideale – ein sprung
aus einem sozialistischen system in das
wirtschaftswunderland BRD. es war wie ein traum, nicht
greifbar, begreifbar – berlin war bunt und laut, aufregend
und ich habe mich sehr verloren gefühlt. ich kam in ein
internat, konnte mich zumindest die ersten monate mit
niemandem verständigen und ungarn schien für mich für immer
verloren zu sein. ich hatte alle kontakte nach hause
abgebrochen, sonst wäre ich an heimweh gestorben. damals
fand mich die malerei.

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